Ansiedlungsbilanz 2014

02.03.2015

Vorbemerkung:

In einer gemeinsamen Presseinformation des Schleswig-Holsteinischen Ministeriums für Wirt­schaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, der KiWi sowie der WTSH vom 27. Februar 2015 werden Informationen zur Ansiedlungsbilanz 2014 gegeben. Dabei han­delt es sich um Ansiedlungsprojekte, die von der Wirtschaftsförderung und Technologie­transfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) und / oder den regionalen Wirtschaftsförderern sowie den Technologiezentren erfolgreich abschlossen wurden.
Der Presseinformation ist zu entnehmen, dass sich im Jahr 2014 in Schleswig-Holstein 147 Unternehmen angesiedelt hätten. Im Vergleich zum Jahr 2013 (157 Firmen) stellt dies einen Rückgang in Höhe von rund sechs Prozent dar.
Durch diese Unternehmensansiedlungen seien 1.728 Arbeitsplätze geschaffen worden, was im Vergleich zum Jahr 2013 (1.628 Arbeitsplätze) einen Zuwachs in Höhe von rund sechs Prozent darstellt. Vor diesem Hintergrund stelle ich folgende

Kleine Anfrage

  1. Wie viele der oben genannten Unternehmen und Arbeitsplätze entfallen auf die Landeshauptstadt Kiel und wie verteilen sich diese Zahlen von Unternehmen und Arbeitsplät­zen auf die Sektoren (Produzierendes Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) und auf die Unter­nehmensgrößen (unter 10 Mitarbeiter, 10-49, 50-99, 100-199, 200 und mehr Mitarbeiter)?
  2. Wie viele in Kiel ansässige Unternehmen haben im Jahr 2014 Stellen abgebaut und angekündigt, Stellen abzubauen und wie viele Stellen waren davon betroffen bzw. werden davon betroffen sein?
  3. Wie bewertet die Verwaltung - auch im Vergleich mit den Zahlen der Vorjahre - die Kieler Ansiedlungsbilanz, welche Schlussfolgerungen hinsichtlich der lokalen Wirtschaftsförderung und Standortpolitik zieht die Verwaltung daraus und welchen Handlungsbedarf leitet sie ab?

gez. Christina Musculus-Stahnke
stv. Fraktionsvorsitzende       

f.d.R. Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

 

Antwort auf die Kleine Anfrage

Drucksache 0188/2015

Ansiedlungsbilanz 2014

der Ratsfrau Christina Musculus-Stahnke (FDP-Ratsfraktion) vom 02.03.2015 zur Ratsversammlung am 19.03.2015

Wie viele der oben genannten Unternehmen und Arbeitsplätze entfallen auf die Landeshauptstadt Kiel und wie verteilen sich diese Zahlen von Unternehmen und Arbeitsplätzen auf die Sektoren (Produzierendes Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) und auf die Unternehmensgrößen (unter 10 Mitarbeiter, 10-49, 50-99, 100-199, 200 und mehr Mitarbeiter)?

Von den landesweit im Jahr 2014 angesiedelten 147 Unternehmen mit 1.728 Arbeitsplätzen entfallen auf die Landeshauptstadt Kiel 8 Unternehmen mit 64 Arbeitsplätzen.

Auf den Bereich „Dienstleistungen“ entfallen 7 Unternehmen mit 61 Arbeitsplätzen. Auf den Bereich „Produktion“ entfällt ein Unternehmen mit 3 Arbeitsplätzen. Es wurde kein Unternehmen im Bereich „Handel“ angesiedelt. Bei der Unternehmensgröße fallen 7 Unternehmen in die Klasse mit weniger als 10 Mitarbeitern und ein Unternehmen in die Klasse 10-49 Mitarbeiter.

Wie viele in Kiel ansässige Unternehmen haben im Jahr 2014 Stellen abgebaut und angekündigt, Stellen abzubauen und wie viele Stellen waren davon betroffen bzw. werden davon betroffen sein?

Im Jahr 2014 haben folgende in Kiel ansässige Unternehmen den Abbau von Arbeitsplätzen am Standort Kiel angekündigt: Caterpillar (232 Arbeitsplätze, Verlagerung nach Rostock und China), Voith Lokomotivtechnik (20 Arbeitsplätze durch Umstrukturierung), Vossloh (voraussichtlich geringfügige Reduzierung im Rahmen des Konzernumbaus), Zerspanungsfirma Wolfgang Schmidt (20 Arbeitsplätze wegen Schließung aufgrund von Insolvenz).

Wie bewertet die Verwaltung - auch im Vergleich mit den Zahlen der Vorjahre - die Kieler Ansiedlungsbilanz, welche Schlussfolgerungen hinsichtlich der lokalen Wirtschaftsförderung und Standortpolitik zieht die Verwaltung daraus und welchen Handlungsbedarf leitet sie ab?

Zusätzliche Beschäftigung erfolgte in den vergangenen Jahren vorrangig durch das Wachstum bestehender Unternehmen am Standort Kiel. Die Anzahl der Ansiedlungen variierte in den Vorjahren stark (2013: 18; 2012: 10; 2011: 13; 2010: 15). Die Anzahl der Dienstleistungsunternehmen überwiegt.

Der Fokus der Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi GmbH) auf die Wachstumsbranchen Erneuerbare Energien, Digitale Wirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Kreativwirtschaft und produzierendes Gewerbe wird im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der KiWi GmbH weiter verstärkt. Hier wird die Kooperation mit der WTSH und anderen öffentlichen Partnern fortgesetzt. Die Betreuung der Bestandsunternehmen wird weiter intensiviert, ohne dabei die Ansiedlungsaktivitäten zu vernachlässigen.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Sicherung qualifizierter Arbeitskräfte gelegt. Dazu greift ab 2015 das Landesprogramm „Beratungsnetzwerk Fachkräftesicherung“ sowie das ESF-Programm „unternehmensWert: Mensch“, an dem die KiWi GmbH und die Kiel Region GmbH mit Fachberatern beteiligt sind.

Eine verstärkte Kooperation mit den Kieler Hochschulen soll die Anzahl der Unternehmensgründungen in wissensintensiven Wirtschaftsbereichen erhöhen. Hier engagiert sich die KiWi GmbH weiterhin in der Gründungsberatung und –finanzierung, sowie dem Aufbau einer Gründungsplattform in der Kiel Region.

Für eine erfolgreiche Wachstumsstrategie sind die Rahmenbedingungen, z.B. das Angebot attraktiver Gewerbeflächen, passende Förderfinanzierungen, regionale Netzwerke, Kooperationen mit den Hochschulen und familienfreundliche Standortbedingungen weiter zu gestalten.

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