Ansiedlungsbilanz 2015

10.02.2016

Betr.: Ansiedlungsbilanz 2015

Vorbemerkung:

In einer gemeinsamen Presseinformation des Schleswig-Holsteinischen Ministeriums für Wirt­schaft, Arbeit, Verkehr und Technologie und der der WTSH vom 04. Februar 2016 werden Informationen zur Ansiedlungsbilanz 2015 gegeben.
Der Presseinformation ist zu entnehmen, dass „durch die Neuansiedlung von 134 Unternehmen – davon 13 aus dem Ausland – (..) in Schleswig-Holstein mittelfristig 1734 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen“. Die Zahl der neu entstehenden Jobs läge damit knapp über dem Ergebnis des Jahres 2014, die Anzahl der neuen Firmen knapp darunter.
Vor diesem Hintergrund stelle ich folgende

Kleine Anfrage

  1. Wie viele der oben genannten Unternehmen und Arbeitsplätze entfallen auf die Landeshauptstadt Kiel und wie verteilen sich diese Zahlen von Unternehmen und Arbeitsplät­zen auf die Sektoren (Produzierendes Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) und auf die Unter­nehmensgrößen (unter 10 Mitarbeiter, 10-49, 50-99, 100-199, 200 und mehr Mitarbeiter)?
  2. Wie viele in Kiel ansässige Unternehmen haben im Jahr 2015 Stellen abgebaut und angekündigt, Stellen abzubauen und wie viele Stellen waren davon betroffen bzw. werden davon betroffen sein?
  3. Wie bewertet die Verwaltung - auch im Vergleich mit den Zahlen der Vorjahre - die Kieler Ansiedlungsbilanz, welche Schlussfolgerungen hinsichtlich der lokalen Wirtschaftsförderung und Standortpolitik zieht die Verwaltung daraus und welchen Handlungsbedarf leitet sie ab?

gez. Dirk Becker
bürgerliches Mitglied

f. d. R. Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

 

Antwort auf die Kleine Anfrage

Drucksache 0129/2016

Ansiedlungsbilanz 2015

des bürgerlichen Mitglieds Dirk Becker (FDP-Ratsfraktion) vom 09.02.2016 zum Wirtschaftsausschuss am 24.02.2016

Die zur Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 24.02.2016 gestellte Kleine Anfrage beantworte ich wie folgt:

Frage 1
Wie viele der oben genannten Unternehmen und Arbeitsplätze entfallen auf die Landeshauptstadt Kiel und wie verteilen sich diese Zahlen von Unternehmen und Arbeitsplät­zen auf die Sektoren (Produzierendes Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) und auf die Unter­nehmensgrößen (unter 10 Mitarbeiter, 10-49, 50-99, 100-199, 200 und mehr Mitarbeiter)?

Antwort
Von den landesweit in Schleswig-Holstein im Jahr 2015 angesiedelten 134 Unternehmen mit 1.734 Arbeitsplätzen entfallen auf die Landeshauptstadt Kiel 15 Unternehmen mit 182 Arbeitsplätzen.
Auf den Bereich „Dienstleistungen“ entfallen 11 Unternehmen mit  71 Arbeitsplätzen. Auf den Bereich „Produktion“ entfallen 2 Unternehmen mit 103 Arbeitsplätzen. Es wurden 2 Unternehmen im Bereich „Handel“ mit 8 Arbeitsplätzen angesiedelt. Bei der Unternehmensgröße fallen 12 Unternehmen in die Klasse mit weniger als 10 Mitarbeitern, 2 Unternehmen in die Klasse 10-49 Mitarbeiter und ein Unternehmen in die Klasse 100-199 Mitarbeiter.

Frage 2
Wie viele in Kiel ansässige Unternehmen haben im Jahr 2015 Stellen abgebaut und angekündigt, Stellen abzubauen und wie viele Stellen waren davon betroffen bzw. werden davon betroffen sein?

Antwort
Der Verwaltung liegen zu der Frage von den in Kiel ansässigen Unternehmen keine veröffentlichten Daten vor. Auf vertrauliche interne Unternehmenszahlen, die nicht veröffentlicht werden, hat die Verwaltung keinen Zugriff.

Frage 3
Wie bewertet die Verwaltung - auch im Vergleich mit den Zahlen der Vorjahre - die Kieler Ansiedlungsbilanz, welche Schlussfolgerungen hinsichtlich der lokalen Wirtschaftsförderung und Standortpolitik zieht die Verwaltung daraus und welchen Handlungsbedarf leitet sie ab?

Antwort

Ein konkreter Handlungsbedarf kann aus den Zahlen nicht abgeleitet werden, dennoch müssen dauerhaft die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung sichergestellt werden.
Vor allem besteht ein dringender Handlungsbedarf in der Erschließung von attraktiven Gewerbegebieten für eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung.
Der Wirtschaftsausschuss hat daher am 24.09.2014 der Analyse von Potentialflächen zur Gewerbeflächenentwicklung der Landeshauptstadt Kiel und der daraus abgeleiteten Priorisierung sowie der aus Analyse und Priorisierung entwickelten, kommunalen Gewerbeflächenstrategie zugestimmt (Drs. 0633/2014).
Für eine erfolgreiche Wachstumsstrategie sind die Rahmenbedingungen, z.B. das Angebot attraktiver Gewerbeflächen, ein ganzheitliches Standortmarketing, eine gemeinsame Ansiedlungs- und Gewerbeflächenstrategie der Wirtschaftsförderung für die Kiel Region, passende Förderfinanzierungen, regionale Netzwerke, Kooperationen mit den Hochschulen und familienfreundliche Standortbedingungen weiter zu gestalten.

Dr. Ulf Kämpfer

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