Erste Stadtbahnlinie von Schönberg nach Schilksee

16.11.2015

Betr.: Erste Stadtbahnlinie von Schönberg nach Schilksee

Vorbemerkung:
Mit Beschluss der Drucksache 0749/2015 hat die Ratsversammlung am 15. Oktober 2015 dem Oberbürgermeister den Auftrag erteilt, „einen Planungsauftrag für eine erste Stadtbahnlinie (Schönberg – Kieler Ostufer) Hauptbahnhof – Universität – Wik – Holtenauer Hochbrücke – MFG5-Gelände – Friedrichsort – Schilksee an die Nah.SH zu vergeben und die Finanzierung dafür abzustimmen.“
Vor diesem Hintergrund stelle ich folgende

Kleine Anfrage

  1. Hat eine der beiden über den Nord-Ostsee-Kanal führenden Hochbrücken im gegenwärtigen Zustand genügend Tragfähigkeit für eine Stadtbahn? Wenn ja, welche? Wenn nein: In welcher Höhe müssten Investitionen getätigt werden, um die Tragfähigkeit entsprechend zu erhöhen?
  2. Falls die Tragfähigkeit der beiden über den Nord-Ostsee-Kanal führenden Hochbrücken für die Stadtbahn nicht ausreichend und eine Erhöhung der Tragfähigkeit nicht möglich wäre: In welcher Höhe müssten Investitionen getätigt werden, um eine dritte Hochbrücke für die Stadtbahn zu errichten?
  3. Für die Angaben der Investitionskosten bei den Antworten zu 1. und 2. wird darum gebeten, die jeweilige Kostenverteilung zwischen Bund, Land und Stadt darzustellen.

gez. Christina Musculus-Stahnke
stv. Fraktionsvorsitzende                                                      

f. d. R. Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

 

Der Oberbürgermeister

 

Antwort auf die Kleine Anfrage
Drucksache 0989/2015
Erste Stadtbahnlinie von Schönberg nach Schilksee
der Ratsfrau Christina Musculus-Stahnke (FDP-Ratsfraktion) vom 16.11.2015 zur
Ratsversammlung am 10.12.2015

Die zur Sitzung der Ratsversammlung am 10.12.2015 gestellte Kleine Anfrage beantworte ich wie folgt:

 

Frage 1: Hat eine der beiden über den Nord-Ostsee-Kanal führenden Hochbrücken im gegenwärtigen Zustand genügend Tragfähigkeit für eine Stadtbahn?
Wenn ja, welche?
Wenn nein: In welcher Höhe müssten Investitionen getätigt werden, um die Tragfähigkeit entsprechend zu erhöhen?

Antwort: Die beiden Holtenauer Hochbrücken im Zuge der Bundestraße 503 befinden sich in der Baulast der Bundesrepublik Deutschland. Mit der Auftragsverwaltung für die Bundesrepublik Deutschland ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) betraut. Nach dortiger Auffassung lässt die Streckencharakteristik und die Betriebsform der B 503 im Bereich der Holtenauer Hochbrücken als Kraftfahrstraße es nicht zu, einen schienengebundenen Verkehr in die Straßenquerschnitte zu integrieren. Grundsätzlich bedeutet die zusätzliche Belastung der Brücken durch eine Stadtbahn eine deutlich höhere Belastung als die heute für den Straßenverkehr angenommene Verkehrsbelastung. Die beiden Bauwerke wurden seinerzeit jeweils individuell nur für die vorgesehenen Verkehrsarten konstruiert und nach den damaligen Lastannahmen bemessen. Ohne eine aufwändige und kostenintensive Nachrechnung lässt sich keine seriöse Aussage über eine grundsätzliche technische Ertüchtigungsmöglichkeit, über deren mögliche Kosten und deren ökonomische Sinnhaftigkeit treffen.

Frage 2: Falls die Tragfähigkeit der beiden über den Nord-Ostsee-Kanal führenden Hochbrücken für die Stadtbahn nicht ausreichend und eine Erhöhung der Tragfähigkeit nicht möglich wäre: In welcher Höhe müssten Investitionen getätigt werden, um eine dritte Hochbrücke für die Stadtbahn zu errichten?

Antwort: In der Baulast der Landeshauptstadt Kiel befinden sich keine den Hochbrücken vergleichbare Bauwerke. Eine Nachfrage beim LBV ergab, dass die Investitionssummen für vergleichbare Bauwerke mit einem Quadratmeterpreis von 4000,- EUR bis 5000,- EUR zu veranschlagen sind. Diese Größenordnung der Veranschlagung wurde durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau für den gerade in der Planfeststellung befindlichen Ersatzneubau der Levensauer Hochbrücke bestätigt. Bei einer angesetzten, den Holtenauer Hochbrücken vergleichbaren Brückenlänge von 400 Meter, einer Mindestbreite von 12,5 Meter und einem Quadratmeterpreis von 4500 EUR würde sich somit eine Investitionssumme in der Größenordnung von 22,5 Mio. EUR für das Bauwerk ergeben. Hinzu kämen noch die Dammbaukosten für die Anbindungen auf beiden Seiten.

Frage 3: Für die Angaben der Investitionskosten bei den Antworten zu 1. und 2. wird darum gebeten, die jeweilige Kostenverteilung zwischen Bund, Land und Stadt darzustellen.

Antwort: Brückenbauwerke wurden bisher von den Fördergebern nach Vorlage prüffähige Unterlagen als einzelne Ingenieurbauwerke für die Anmeldung zu Förderprogrammen geprüft. Erst das Ergebnis einer solchen Prüfung beinhaltete i.d.R. auch eine belastbare Aussage zur Förderhöhe. Von den möglichen Fördermittelgebern sind zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund fehlender Planungen somit hierzu keine näheren Angaben zu erhalten.

 

 

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