Fernbusse

15.10.2014

Vorbemerkung:

Seit dem Ende des Bahn-Monopols und der Liberalisierung des Fernbusmarktes Anfang 2013 ist ein stetiger Ausbau des Fernbusverkehrs zu verzeichnen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, seien im Linienfernverkehr mit Bussen nach vorläufigen Ergebnissen im Jahr 2013 von deutschen Unternehmen 8,2 Millionen Fahrgäste befördert worden. Gegenüber dem Jahr 2012 (3,0 Millionen Fernbusreisende) war dies ein Wachstum von fast 180 %.

Experten gehen davon aus, dass der Umsatz der Branche in 2016 rund 400 Millionen Euro erreichen wird.

Einer Studie des IGES-Instituts zufolge seien Fernbusse insbesondere für frühere Bahnkunden sowie für Autoumsteiger eine neue Reiseoption. Erstere würden mit 44 Prozent den größten Anteil der neuen Fernbuskunden ausmachen, letztere mit 38 Prozent die zweitgrößte Gruppe der Fernbusnutzer.

Die preisgünstigen, verkehrssicheren und ökologisch grundsätzlich äußerst positiv zu bewertenden Fernbusse, deren Liniennetz zudem die Notwendigkeit des Umsteigens minimiert, eröffnen gute Möglichkeiten, den touristischen Verkehr nach Kiel zu beleben.

Auch die Landeshauptstadt Kiel wird inzwischen von Anbietern wie Meinfernbus, Flixbus und dem Unternehmensverbund Berlinlinienbus angefahren. Vor diesem Hintergrund stelle ich folgende

Kleine Anfrage

  1. Wie haben sich die Zulassungszahlen für Fernbuslinien von und nach Kiel in den vergangenen Monaten entwickelt, mit welchen zusätzlichen Zahlen wird gerechnet und wie stellt sich die Entwicklung der Fahrgastzahlen seit Anfang 2013 und in der mittelfristigen Prognose dar?
  2. Welche Maßnahmen hat die Stadt bislang ergriffen und welche sind geplant, um dem wachsenden Fernbusmarkt, dessen Expansion letztlich auch verkehrspolitische Kundenpräferenzen widerspiegelt, in Zukunft Rechnung zu tragen?
  3. Gab es bzw. gibt es Gespräche der Stadtverwaltung mit den Fernbusbetreibern oder sind welche geplant? Wenn ja: Welche Themen wurden mit welchen Ergebnissen erörtert? Wenn nein: Warum nicht?

gez. Christina Musculus-Stahnke
stv. Fraktionsvorsitzende

gez. Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

 

Antwort auf die Kleine Anfrage

 

Drucksache 0840/2014

Entwicklung und Perspektive des Fernbusverkehrs in Kiel

 

derRatsfrau Musculus-Stahnke (FDP-Ratsfraktion) vom 14.10.2014 zur Ratsversammlung am 30.10.2014

 

Die zur Sitzung der Ratsversammlung am 30.10.2014 gestellte Kleine Anfrage beantworte ich wie folgt:

 

Frage 1: Wie haben sich die Zulassungszahlen für Fernbuslinien von und nach Kiel in den vergangenen Monaten entwickelt, mit welchen zusätzlichen Zahlen wird gerechnet und wie stellt sich die Entwicklung der Fahrgastzahlen seit Anfang 2013 und in der mittelfristigen Prognose dar?

 

Antwort: Seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes haben z.Zt. drei neue Fernbusbetreiber Konzessionen beantragt und auch genehmigt bekommen. Neben den bereits vorhandenen Linien des Kielius und BerlinLinienBus sowie den internationalen Linien sind dazu gekommen: Mein Fernbus, Flixbus und ADAC-Postbus.

Mit einzelnen weiteren Anträgen wird gerechnet. Über Fahrgastzahlen dieser privaten Linien kann die LHK keine Aussage machen.

 

Frage 2: Welche Maßnahmen hat die Stadt bislang ergriffen und welche sind geplant, um dem wachsenden Fernbusmarkt, dessen Expansion letztlich auch verkehrspolitische Kundenpräferenzen widerspiegelt, in Zukunft Rechnung zu tragen?

 

Antwort: Die Kommunen sind nicht gesetzlich verpflichtet, den Fernbusbetreibern z.B. Haltestellen zur Verfügung zu stellen. Da die Bedeutung des Fernbusmarktes in Kiel aber gesehen wird, wird den Anbietern eine Haltestelle im zentral gelegenen ZOB angeboten. Auch im neuen ZOB wird es eine Möglichkeit des Haltens für Fernlinienbusse geben, auch wenn der Platz für den Linienverkehr insgesamt durch die baulichen Randbedingungen geringer werden wird.

 

Frage 3: Gab es bzw. gibt es Gespche der Stadtverwaltung mit den Fernbusbetreibern oder sind welche geplant? Wenn ja: Welche Themen wurden mit welchen Ergebnissen erörtert? Wenn nein: Warum nicht?

 

Antwort: Mit den Fernlinienbusbetreibern finden „technische“ Gespräche statt, in denen deren Fragen bezüglich Anbringung von Fahrplänen, Abstimmungen mit anderen Linienbusbetreibern u.a. Themen sind. Ansonsten erfolgt eine ordentliche Anhörung des Aufgabenträgers und des Straßenbaulastträgers im Rahmen des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG).

Weiterer Gesprächsbedarf auch seitens der Verkehrsunternehmer besteht bisher nicht. Sehr wohl finden aber verwaltungsinterne Absprachen zum Thema statt, um auf mögliche Fragen der Fernbusbetreiber Antworten zu haben.

 

Dr. Ulf Kämpfer

 

 

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