Hindenburgufer

14.01.2014

Antrag zu Punkt 0040/2014 der Tagesordnung

öffentlich
14.01.2014
Datum: 16.01.2014
Gremium: Ratsversammlung
Antragsteller/in: Ratsherr Hencke, FDP-Ratsfraktion

Betreff:
Alternativantrag zur Drs. 1106/2013 "Streichung Paul von Hindenburgs aus der Liste der Ehrenbürger sowie Umbenennung des Hindenburgufers" – TOP 11.3 der Ratsversammlung vom 16.01.2014

Alternativantrag

  1. Das Straßenschild „Hindenburgufer“ wird um den Zusatz „Straße der Erinnerung“ ergänzt
    sowie mit dem folgenden erläuternden Zusatz versehen: „Nach Aufklärung und Diskussion
    der Person Hindenburgs wurde der Straßenname beibehalten. Nähere Informationen
    sind auf den aufgestellten Tafeln zu finden.“
  2. Erläuternde Informationstafeln werden aufgestellt, um die Erinnerung und Diskussion
    darüber aufrechtzuerhalten. Die Standorte sind mit den involvierten Ortsbeiräten abzustimmen.
  3. Die Liste der ehemaligen Ehrenbürger wird um eine kritische Stellungnahme zu Paul von Hindenburg ergänzt.
  4. Die Diskussion über den Antrag wird öffentlich geführt.

Begründung

Straßennamen sind ein Teil des öffentlichen Gedächtnisses einer Stadt und ihrer Bürger.
Eine Umbenennung des Hindenburgufers würde den Anschein erwecken, das Gedächtnis
bereinigen zu wollen. Einem Teil der Kieler Bürger wird ein Teil ihrer Erlebnisbiographie genommen.
Dies kann nicht politisches Ziel der Erinnerung sein. Vielmehr muss es darum gehen,
die kritische Erinnerung und Diskussion wach zu halten und in der Zukunft weiterzuführen.
Hier steht Paul von Hindenburg als exponierte Person auch stellvertretend für Millionen
Deutsche, die die damalige Situation leichtfertig falsch eingeschätzt haben.
Vor diesem ambivalenten Hintergrund ist der Name des Hindenburgufers beizubehalten,
allerdings ergänzt um die Aspekte der Erinnerung, Information und Aufklärung.

Hindenburg ist kein Ehrenbürger mehr, weil die Ehrenbürgerwürde als persönliches Recht
mit dem Tod endet. Ein Streichen aus der Liste ist Geschichtsfälschung, weil der Eindruck
erweckt würde, Paul von Hindenburg sei die Ehrenbürgerwürde nie verliehen würde. Vielmehr
ist die Verleihung mit einer kritischen Würdigung zu versehen, die von dem Stadtarchiv
entworfen und vom Kultir- und Hauptausschuss beschlossen wird.
Weitere Begründung erfolgt mündlich.

gez. Hubertus Hencke
Fraktionsvorsitzender

f. d. R. Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

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