Integration durch Arbeit

10.11.2015

SPD-Ratsfraktion
CDU-Ratsfraktion
Ratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
FDP-Ratsfraktion
Ratsfraktion DIE LINKE
SSW-Ratsfraktion

Betr.: Integration durch Arbeit

Antrag

Die Landeshauptstadt Kiel verfolgt das Ziel, Chancengleichheit und Teilhabe für alle Kielerinnen und Kieler ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer persönlichen Biographie und ihres Aufenthaltsstatus in allen gesellschaftlichen Bereichen zu ermöglichen, hierzu zählt insbesondere der Zugang zum Arbeitsmarkt.

In Ergänzung zu bereits vorhandenen Maßnahmen und der Notwendigkeit der weiteren Öffnung des Arbeitsmarktes für Zugewanderte soll auch die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt vorangetrieben werden.

Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter, ein Konzept zu entwickeln, wie Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive schnellstmöglich die Integration in den Arbeitsmarkt gelingen kann.

Dabei sind die IHK zu Kiel, der Unternehmensverband Nord, der DGB, die Handwerkerschaft die Agentur für Arbeit, Mehr Land in Sicht und die Regionalen Bildungszentren zu beteiligen. Eventuelle gesetzliche Hemmnisse sind aufzuzeigen.

Hierzu wird die Verwaltung gebeten, zu prüfen,

  • Wie mit der Arbeitsagentur sichergestellt werden kann, dass zur Arbeitsintegration von Flüchtlingen die systematische Erfassung der jeweiligen Lebenslage sowie die Feststellung der beruflichen Kompetenzen erfolgt;
  • Wie die Selbsthilfe der Flüchtlinge gestärkt werden kann, indem Netzwerke zwischen Flüchtlingen, die bereits auf dem Arbeitsmarkt integriert sind, mit Flüchtlingen, die Arbeit und Ausbildung suchen, beim Aufbau unterstützt werden;
  • Eine umfangreiche Informationsschrift für Unternehmen, die Flüchtlinge ausbilden oder einstellen wollen, herauszugeben und im Internet zu veröffentlichen;
  • Inwieweit die  Initiative „Flüchtlinge in Handwerksausbildung“ in Hamburg auf Kiel übertragbar ist und gegebenenfalls in die Wege zu leiten;
  • Wie Hürden für Geflüchtete, die ein Studium aufnehmen oder fortsetzen wollen, gesenkt werden können (beispielsweise durch Tandem-Projekte) und abzuklären, wie die Stadt Unterstützung leisten kann;
  • Wie gemeinsam mit IHK und Kreishandwerkerschaft, sowie der Arbeitsagentur und den regionalen Bildungszentren eine Kontaktmesse ausgerichtet werden kann, mit der die Kommunikation zwischen Flüchtlingen und Unternehmen verbessert werden soll;
  • Eine Praktikums- und Ausbildungsplatzbörse einzurichten;
  • Wie bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen und bei der Ausschreibung von Stellen sowohl bei der Stadtverwaltung als auch bei den städtischen Unternehmen gezielt Geflüchtete aufgefordert werden können, sich zu bewerben;
  • Wie bei der Stadtverwaltung als auch bei den städtischen Unternehmen Betriebspraktika für Flüchtlinge angeboten werden können;
  • wie sich die Stadtverwaltung bei Arbeitsagentur und Wirtschaftsministerium für bedarfsgerechte Angebote einsetzen können, die den schulpflichtigen Jugendlichen der Erwerb von Sprachkenntnissen, Schulabschlüssen und Ausbildungsvorbereitung ermöglicht;
  • Wie analog zu den Studienlotsen ein vergleichbares System mit deutschen Auszubildenden aufgebaut werden kann;
  • Inwieweit Betriebspraktika im Rahmen des Anerkennungsverfahrens zur Anerkennung von ausländischen Qualifikationen möglich sind.

Begründung:
Eine gelingende Integration von Geflüchteten in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt erfordert rasches und strukturiertes Handeln. Entscheidend ist dabei der Aufbau von kommunalen Netzwerken und die Umsetzung zielführender Projekte und Maßnahmen, die rasch und effizient greifen.

Gez. Ratsfrau Lisa Yilmaz
Gez. Ratsherr Peter Kokocinski
SPD-Ratsfraktion

Gez. Ratsherr Jan Wohlfarth
CDU-Ratsfraktion

Gez. Ratsfrau Lydia Rudow
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Gez. Ratsherr Hubertus Hencke
FDP-Ratsfraktion

Gez. Ratsherr Heinz Wieser
Ratsfraktion DIE LINKE

Gez. Ratsfrau Susanna Swoboda
SSW-Ratsfraktion

 

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