Bildungsreport 2019 – Frühkindliche Bildung als Grundstein für gelungene Bildungsbiografien

03.09.2020

„Der Bildungsreport 2019 macht deutlich, dass die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in den vergangenen Jahrzehnten enorm an Bedeutung gewonnen hat“, so die kitapolitische Sprecherin Annika Schütt (SPD), und die schul- und bildungspolitischen Sprecherinnen Andrea Hake (Bündnis 90/Die Grünen) und Annkathrin Hübner (FDP). „Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Frage der Betreuung von Kindern, während die Eltern arbeiten. Spätestens seit PISA ist Konsens: Kitas sind Bildungseinrichtungen. Was dort geschieht, legt den Grundstein für die weitere Bildungsbiografie.“

„Dass inzwischen fast alle Kinder vor der Einschulung ein Betreuungsangebot wahrnehmen, ist ein großer Erfolg. Insbesondere für Kinder aus sozial benachteiligten und geflüchteten Familien ist eine möglichst frühzeitige Förderung wichtig, um sprachliche und kulturelle Barrieren frühzeitig abzubauen“, betonen Annika Schütt, Andrea Hake und Annkathrin Hübner. „Diese Förderung legt den Grundstein für den weiteren Bildungserfolg und entscheidet maßgeblich über Entwicklungs-, Teilhabe- und Aufstiegschancen. Wichtig ist, dass Zugangshindernisse wie Ängste, Sprachbarrieren oder Unkenntnis über das hiesige System der Kindertagesbetreuung abgebaut werden.“

„Wir freuen uns über ein vielfältiges Angebot für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern in Kiel. Von Eltern-Kind-Gruppen über Krippen- und Tagespflegebetreuung bis zu Beratungs- und Familienzentren wurde das Angebot erweitert und so mehr Familien ein Zugang zur Elternbildung und frühkindlicher Bildung ermöglicht. Dennoch muss das bestehende Angebot, insbesondere in den Stadtteilen in denen weiter Aufholbedarf besteht, ausgebaut werden.“

Aus Sicht der Kieler Rathauskooperation ist es wichtig, dass die Übergänge von der Partnerschaft zur Elternschaft, vom Säugling zum Krippenkind und dann zum Kind in einer Elementargruppe ohne Brüche bewältigt werden. Dass es auch für Väter eine zunehmende Angebotsvielfalt in der Elternbildung gebe und diese auch angenommen werde, sei erfreulich. Ebenso erfreulich sei die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren mit über 40 Prozent – ein Wert, der deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt. Kiel sei damit auf guten Weg die Zielquote von 50 Prozent in den kommenden Jahren zu erreichen.

Die vom Bildungsdezernat beschlossenen Maßnahmen zeigten Wirkung und die Qualität der Kindertagesbetreuung befinde sich in Kiel auf hohem Niveau. Trotzdem seien der Fachkräftemangel und der weitere Ausbau an Betreuungsplätzen Herausforderungen, denen sich Kiel stellen müsse. „Hier ist auch das Land gefordert. Insbesondere die Ausbildungskapazitäten müssten stark erhöht werden, um die Anforderungen durch die Kitareform erfüllen zu können. Auch der weitere Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder unter drei Jahren erfordert weitere Fachkräfte. Die bekommen wir nur, wenn der Beruf insgesamt attraktiver wird. Die Wertschätzung der guten Arbeit muss beispielsweise auch in der Bezahlung deutlich werden“, so Annika Schütt, Andrea Hake und Annkathrin Hübner abschließend.

 

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