Zur Vorstellung des Sozialberichts 2020

24.09.2020

Zur Vorstellung des Sozialberichts 2020 im Ausschuss für Soziales, Wohnen und Gesundheit nehmen die sozialpolitischen Sprecher*innen Anna-Lena Walczak (SPD), Jessica Kordouni (Bündnis 90/Die Grünen) und Ilker Mermer (FDP) Stellung:

„Der Sozialbericht enthält wieder wichtige Informationen für die Weiterentwicklung sozialpolitischer Maßnahmen in Kiel. Er ist besonders, weil mit dem im vergangenen Jahr gewählten Schwerpunkt auf Wohnungslosigkeit ein Thema mit langfristigen Entwicklungen und Gegenmaßnahmen gewählt wurde. Mittlerweile hat sich aber mit der Corona-Pandemie ein weiteres Thema aufgedrängt, welches viele sozialpolitische Herausforderungen unter das Brennglas dieser weltweiten Krise gezogen hat.

So gilt zunächst unser Dank allen Mitarbeiter*innen im Gesundheitssektor, die über die gesamte Corona-Krise hinweg mit hohem Einsatz alles am Laufen gehalten haben und denen der bisher vergleichsweise milde Verlauf der Pandemie bei uns auch zu verdanken ist. Im Amt für Gesundheit, in den Kieler Krankenhäusern und den vielen Arztpraxen, Kliniken, Testzentren und Laboren wurde Herausragendes geleistet.

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen sowie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen haben viele Gruppen besonders hart getroffen, die zuvor schon auf die solidarische Unterstützung der Gesellschaft angewiesen waren.


Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, sind eine von diesen Gruppen – und so passt das Schwerpunkt-Thema auch in diesem Jahr besonders gut. Den Ursachen von Wohnungslosigkeit können und wollen wir noch stärker begegnen – zum einen durch das Fördern und Fordern von sozialem Wohnungsbau sowie die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Zur Entlastung des Wohnungsmarkts müssen wir auch für die Schaffung von Rahmenbedingungen sorgen, damit noch mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen kann.
Denn Wohnen wird in Kiel an vielen Stellen immer teurer, sodass die Suche nach bezahlbarem Wohnraum für viele Menschen immer schwieriger wird. Zum anderen haben Verwaltung und Selbstverwaltung mit der bereits begonnenen Neuausrichtung der Wohnungslosenhilfe darauf reagiert, dass die Gruppe der wohnungslosen Menschen nicht einheitlich betrachtet werden kann. Zu unterschiedlich sind die Ursachen und zu oft überlagern sich auch mehrere Hilfsbedarfe. Gemeinsam mit den Träger*innen der Wohnungslosenhilfe werden die vorhandenen Angebote weiterentwickelt und erweitert. Ein wichtiger Fokus ist dabei das Verhindern von Wohnungslosigkeit.

Wir danken der Verwaltung für die informative Datengrundlage. Für den nächsten Sozialbericht wünschen wir uns eine Analyse, die noch stärker wirkungsorientiert ausgerichtet ist.“

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