SPD, Grüne und FDP wollen Inklusion im Sport fördern

04.07.2018

Schwung der Special Olympics nutzen:
SPD, Grüne und FDP wollen Inklusion im Sport fördern

 

Ein „Sonderstammtisch Sport“ unter Beteiligung von Verwaltung, Vereinen und Politik hat sich am vergangenen Donnerstag mit der Frage beschäftigt, wie der inklusive Sport auch im Anschluss an die „Special Olympics“ in Kiel weiterhin gestärkt und gefördert werden kann. Aus der Kieler Ratsversammlung nahmen die drei sportpolitischen Sprecher*innen Philip Schüller (SPD), Daniela Sonders (Grüne) und Annkathrin Hübner (FDP) teil.  Die Vorbereitung und Moderation übernahmen Vertreter*innen des InTuS-Netzwerks, das sich schon sehr lange für den inklusiven Sport einsetzt. Zur weiteren Diskussion über Inklusion im Sport soll Ende 2018 ein sozialpolitisches Hearing stattfinden. Es wird durch das Amt für Sportförderung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Soziale Dienste organisiert.

„Wir wollen das von der SPD im März beantragte Hearing dazu nutzen, kurzfristige und langfristige Ziele zu definieren, damit sich der inklusive Sport in Kiel ständig weiterentwickelt“, erläutert SPD-Sportpolitiker Philip Schüller. Als einen zentralen Baustein sieht er eine Bedarfsanalyse, die auch von den Sportvereinen gewünscht worden sei. Klar sei, dass die Infrastruktur für inklusiven Sport noch deutlich erweitert werden müsse, damit Sportanlagen barrierefrei nutzbar seien. Auch eine stärkere Vielfalt an inklusiven Angeboten sei nötig, für die auch Trainer*innen und Übungsleiter*innen sensibilisiert werden müssten.

Auch die grüne Sportpolitikerin Daniela Sonders sieht Vereine, Verbände und Politik gemeinsam in der Pflicht: „Ob Alter, Sprachschwierigkeiten oder körperliche bzw. geistige Behinderungen – die Gründe für Menschen, sich nicht am vorhandenen Sportangebot zu beteiligen, sind vielfältig und so müssen auch unterschiedliche Lösungsansätze gefunden werden, um sie zu beseitigen.“ Dabei setzt sie auf den Ideenreichtum der beteiligten Akteure. „Schon jetzt wird über Sportstunden in leichter Sprache, E-Sports-Veranstaltungen zur Integration und den Einsatz von Übungsleiter*innen mit Behinderungen gesprochen. Da schlummert eine Menge kreatives Potential“, so Sonders.

Auch Annkathrin Hübner (FDP) betont die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Inklusion. Sport biete hier eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Teilhabe. Öffentlich stehe oft zu sehr der Leistungsgedanke im Vordergrund. Hübner erklärt: „Insbesondere der Sport bietet eine Gelegenheit, Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung einzubinden und zu präsentieren. Sie scheuen jedoch oft, sich in Vereinen oder Fitnessstudios einzubringen. Hier müssen wir nach dem großen Erfolg der Special Olympics anknüpfen. Viele Vereine stehen stärkerem Einsatz für Inklusion offen gegenüber. Das Hearing kann Ideen geben, wie Inklusion in den Vereinen konkret gelingt.“

Die drei Politiker*innen sind sich einig, dass die nationalen Sommerspiele Special Olympics 2018 mit über 4.000 Athletinnen und Athleten eine tolle und erfolgreiche Sportwoche gewesen sei, die den inklusiven Sport in der ganzen Stadt erlebbar gemacht habe: „Den Schwung der Special Olympics müssen wir nutzen. Wir freuen uns über alle, die sich an dem Hearing beteiligen und Ideen für Kiel als inklusive Stadt einbringen möchten. Wir stehen zu dem großen Ziel, den inklusiven Sport dauerhaft und auf hohem Niveau in Kiel zu etablieren.“

 

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